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Tiroler Landestheater Innsbruck:
Die Möwe von Anton Tschechow - Premiere 21. September 2008 in den Kammerspielen. Regie Klaus Rohrmoser
die Möwe in der Übersetzung von Kay Borowsky feiert unter der Regie von Klaus Rohrmoser am 21. September 2008 Premiere am Tiroler Landestheater Innsbruck. Es spielen: Judith Keller, Bernhard Wolf, Dietrich Schlederer, Julia Rosa Stöckl, Michael Arnold, Johanna Lindinger, Elli Wissmüller, Harald Windisch, Kai Möller, Sebastian Hofmüller, Anton Gallmetzer. Spannend bleibt die Frage, ob die Inszenierung eine komische Tragödie oder eine tragische Komödie zeigt.
Was ereignet sich, wenn eine Gruppe von Künstlern gemeinsam den Sommer auf einem Landgut verbringt? Eine Komödie oder eine Tragödie? - Stanislawski hatte 1898 in der stilbildenden Inszenierung von Anton Tschechows Die Möwe am Moskauer Künstlertheater eine klare Antwort auf diese Frage. Er inszenierte das ambigue Stück als melancholisches Stimmungsdrama.
Tschechows Stück erzählt von zerplatzten Träumen und verschenkten Leben. Auf dem Landgut einer alternden Schauspielerin verirrt sich die noch zarte Liebe zwischen dem jungen Dichter Treplev und der ambitionierten Schauspielanfängerin Nina. Denn Nina verliebt sich in den arrivierten Dichter Trigorin und verlässt mit ihm am Ende des Sommers das Landgut und Treplev. Doch sowohl Treplev als auch Nina werden nicht glücklich. Nina wird schwanger und von Trigorin verlassen. Ihre Schauspielkarriere scheitert in der Provinz. Treplev verwindet die gescheiterte Jugendliebe nie. Als er Nina nach zwei Jahren wieder begegnet, muss er feststellen, dass Nina nie zu ihm zurückkehren wird und greift zur Waffe. Neben dieser Geschichte gibt es in dem Stück, dass nach dem Ensembleprinzip gebaut ist, weitere Handlungsstränge, die alle von der (vergeblichen) Suche nach einem glücklichen Leben handeln.
Das Faszinierende an Tschechows Komödie, wie er das Stück selbst klassifiziert, sind die unausgesprochenen Zwischentöne, die Fragen, die den Dialogen und Haltungen der Figuren entwachsen. So zeigt Tschechow nicht nur das Scheitern der Figuren, sondern auch die Mutwilligkeit des Scheiterns, den Willen zum Unglück. Und kitzelt so die komische Seite der tragischen Handlung hervor.